Vereinfachte Prüfschaltung

    Für Personen, denen der Nachbau des Prüfgeräts zu aufwändig ist, wurde vom Verfasser die obige Schaltung entwickelt. Obwohl sie sehr einfach ist, lässt ihre Anwendung dennoch eine grundlegende Aussage über die Funktionsfähigkeit eines E-Meters zu. Sie besteht aus einem vierstufigen Stufenschalter, drei Widerständen, einem Taster  und einem angeschlossenen (Mono-)Klinkenstecker. Sie kann von einem Hobbyelektroniker in wenigen Minuten zusammengelötet werden. Sollten Sie kein Elektroniker sein, gibt es in Ihrem Bekanntenkreis vielleicht jemanden, der das für Sie tun könnte. 

    Stecken Sie den Klinkenstecker in die Buchse des zu überprüfenden E-Meters, schalten Sie es ein und bringen Sie seine Nadel auf
    SET*. Wenn Sie nun den Stufenschalter durchdrehen, sollten die jeweiligen Tonarmpositionen* (0.95, 2.00, 3.00 und 6.50) korrekt angezeigt werden. Bei einem herkömmlichen E-Meter müssen Sie dazu jedes Mal den Tonarmknopf* nachjustieren, um die Nadel wieder auf die SET-Linie zu bringen. Sollten die Tonarmwerte nicht richtig angezeigt werden, können Sie das Gerät bereits jetzt als unbrauchbar aussortieren. Die Abweichung einer Digitalanzeige sollte sich, wenn überhaupt,  nur in der zweiten Stelle nach dem Komma bemerkbar machen und nicht mehr als +/- 2 Digit betragen. Bei 3.00 wären also 2.98 oder 3.02 gerade noch akzeptabel.

    Als nächstes überprüfen Sie die Empfindlichkeit. Dazu wird der Stufenschalter der Prüfschaltung auf 2.00, die Nadel des E-Meters auf SET und sein Empfindlichkeitsknopf auf 128 eingestellt. Drücken Sie nun den Taster der Prüfschaltung und halten Sie ihn gedrückt. Die Nadel sollte unter diesen Bedingungen exakt den Weg von SET bis zum Ende der Skala (25 Skalenteilstriche) zurücklegen. Weicht die Wegstrecke von dieser Forderung ab oder reagiert die Nadel gar nicht, wäre das der nächste Grund, um das E-Meter nicht länger zu verwenden.  

    Anmerkung:
    Sollte Ihr E-Meter eine Empfindlichkeit von 128 nicht aufweisen, können Sie die Schaltung trotzdem verwenden. Ein Druck auf den Taster lässt die Nadel bei 64 halb so weit (ca. 12 Skalenteilstriche) ausschlagen, und bei einer Empfindlichkeit von 32 ist es ein Viertel (ca. 6 Teilstriche). Um bei geringerer Empfindlichkeit des E-Meters dennoch einen Vollausschlag zu erzielen, können Sie alternativ den 400 k-Widerstand verändern. Bei einer maximalen Empfindlichkeit von 64 müsste er durch 200 kOhm und bei 32 durch einen Widerstand von 100 kOhm ersetzt werden.

    Die Empfindlichkeitsprüfung ist auch geeignet, die Trägheit der Nadel zu beurteilen. Wenn diese beim Drücken der Taste über den vorgesehenen Endpunkt hinausschießt, gibt sie in der Sitzung nicht das wieder, was den Vorgängen beim Preclear* entspricht. Eine träge Nadel würde zum Beispiel nicht, wie oben beschrieben, am 25. Skalenstrich stehen bleiben, sondern zunächst darüber hinwegschießen, hart am Rand anschlagen und dann erst langsam die neue Position einnehmen. Beim Loslassen der Taste würde sie sich wegen ihrer Trägheit weit nach links über SET hinausbewegen und anschließend noch mehrmals hin- und herpendeln, bevor sie dann auf der SET-Linie zum Stillstand käme. Sollten Sie solche Dinge feststellen, wäre das der dritte Grund, um sich (endgültig) von diesem Gerät zu trennen.

    Als Auditor haben Sie einen Anspruch darauf, auf der E-Meter-Skala nur das zu sehen, was sich im
    Reaktiven Verstand* Ihres Gegenübers abspielt. Auf fragwürdige Erscheinungen eines dilettantisch konstruierten Geräts können Sie vermutlich gut verzichten. In jedem Fall sollten Sie ein unzureichendes Prüfergebnis ernst nehmen. Die Physik ist unbestechlich.

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